Bayern spielt gegen Hoffenheim und Max Mutzke singt Nationalhymne

Es gleicht nicht gerade einem Ritterschlag, eine Ehre ist es für jeden Musiker allemal: nämlich die Nationalhymne anstimmen im Vorfeld einer Sportveranstaltung. In den USA ist diese Praxis gang und gäbe, in Deutschland muss sie sich noch etablieren. Ihr größter Widersacher sind nach wie vor die Sportfans, von denen die Traditionalisten sich gegen manche Neuerungen energisch zur Wehr setzen. Vor allem der Fußball tut sich mit seinen Fans schwer. Ob es sich um Änderungen der Fußballregeln handelt oder um die Einführung des Videobeweises – die Fans sind für den DFB immer die größte Hürde.

Nicht anders ergeht es dem Versuch, die Fußball-Bundesliga mit einer Eröffnungsfeier einzuleiten. Die Kritik vieler Fans reicht vom Vorwurf der Amerikanisierung bis hin zum Abwehrverhalten angesichts der Verquickung von Sport und Entertainment. Max Mutzke hat sich dennoch in die Höhle des Löwen begeben. Der Musiker sang im August 2018 zur Bundesliga-Eröffnung mit dem Spiel von Bayern München gegen TSG Hoffenheim die Nationalhymne.

Warnendes Beispiel Sarah Connor?

Wie riskant das Unterfangen ist, zeigt der Eklat um Sarah Connor. Die Sängerin war 2005 dazu auserkoren worden, in München das Spiel von Bayern München gegen die deutsche Nationalmannschaft mit der Nationalhymne einzuläuten. Die damals 24-Jährige war so nervös, dass sie den Text verpatzte. „Brüh im Lichte dieses Glückes …“, sang sie damals statt „Blüh im Glanz …“. Die Folge: Es hagelte Spott und Häme.

Im Vergleich zu seiner Kollegin schlug sich Max Mutzke wesentlich souveräner. Der Sänger mit der warmen Soulstimme gab in der Allianz Arena sein Bestes. Der Text saß und auch jeden Ton hat er sicher getroffen. Dennoch traf Mutzke mit seinem Auftritt nicht jeden Fan-Nerv. Während einige sich ob der Darbietung begeistert zeigten, waren andere weniger angetan. Die Argumente der letzteren Fraktion richteten sich indes nicht gegen den Musiker, sondern gegen die Veranstalter. Der allgemeine Tenor: Wir brauchen keine Show vor einem Fußballspiel. Mutzke gebührt dennoch unser Respekt für den Mut, Musik in einem musikfremden Umfeld zu machen.

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