Dem äußeren Anschein nach ist Max Mutzke keiner, der sich ins Rampenlicht drängt. Der introvertierte, fast unscheinbare Musiker will nicht so recht hineinpassen in die mit Oberflächenreizen nicht gerade geizende Musikbranche. Beim Eurovision Songcontest in Istanbul im Jahr 2004 hatten die Berater und Kreativen rund um den deutschen Auftritt genau dies erkannt. Sie zwängten den Musiker in keine augen- und ohrenbetäubende Show, stattdessen legten sie den Fokus ganz auf dessen größte Stärke: die Stimme.

Zwar verfehlte Max beim ESC den Spitzenrang um sieben Ränge. Dennoch konnte er mit erhobenem Haupt nach Hause fahren. Warum auch nicht, Platz acht ist schließlich eine der besten Platzierungen auf dem ESC für Deutschland. Nur 20 Interpreten hatten in der Geschichte des Wettbewerbs besser abgeschnitten als der Musiker aus Waldshut-Tiengen. Selbst sein Entdecker und Förderer, Stefan Raab, war vier Jahre zuvor nur drei Plätze besser. Und Hand aufs Herz: Künstlerisch stellt Max’ Darbietung von “Can’t Wait Until Tonight” Raabs Ulknudel-Performance mit “Wadde hadde dudde da” locker in den Schatten.

Der ESC war für Max nicht nur ein voller Erfolg, er bedeutete für ihn auch den großen Durchbruch. Anders als so manch anderer Teilnehmer versank er nach dem Wettbewerb nicht in der Versenkung. Er sollte kein One-Hit-Wonder werden. Superstarstatus erreichte er aber auch nicht, wie es sechs Jahre später Lena Meyer-Landrut gelingen sollte. Der Glamor und das Blitzlichtgewitter, die Posen abseits der Musikbühne vor den Kameras der Paparazzi, das ständige “Zwitschern” auf sozialen Netzwerken – all das ist nicht die Sache des stillen Musikers. Max entschied sich dafür, den Fokus auf die Musik beizubehalten. Seine Stimme sollte auch nach dem ESC sein Kapital bleiben.

Seine weitere Laufbahn gab dieser Entscheidung Recht. Max veröffentlichte im regelmäßigen Abstand Alben, mit denen er vor allem in Deutschland beachtliche Erfolge feierte. Die zwischen Pop, Funk und Jazz pendelnden Platten verdeutlichen das musikalische Motto des ernstzunehmenden Künstlers: Es geht Max um Stil und nicht um Pomp. Wichtiger als der Erfolg ist ihm der persönliche Ausdruck.